Erlebt mit dem Reiseleiter Thorsten Hansen Ruanda


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Die berühmten "Intore" Tänzer


Die einzigartigen Berggorillas im Virunga Nationalpark

Bitte unterstützen sie die Berggorillas: www.berggorilla.org/de/ und www.wwf.de


Wo kommt der Name Gorilla her?

Im 6. Jahrhundert v. Chr. fuhr der karthagische Admiral Hanno von Karthago (im heutigen Tunesien) mit seiner Flotte an der Westküste Afrikas nach Süden. Es ist nicht genau bekannt, wie weit er kam. Nach vielen Tagen begegnete er nach seinem Bericht haarigen, aggressiven Lebewesen, die seine Dolmetscher "gorillai" nannten. Da wir nicht wissen, welche Sprache die Dolmetscher sprachen, kennen wir auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes nicht. Oft wird sie wiedergegeben mit "ein Volk behaarter Frauen", aber das Wort könnte auch bedeuten "langhaarige schwarze Frauen". Eine andere mögliche Übersetzung wäre "Bewohner der Insel Gorilla".

Es ist nicht klar, ob Hanno tatsächlich Gorillas gesehen hat oder fremdartig aussehende Menschen oder eine andere Primatenart. Thomas S. Savage, der den Reisebericht Hannos kannte, verwendete jedenfalls dieses Wort bei der Erstbeschreibung des Gorillas für die Wissenschaft – und seither kennen wir diesen Menschenaffen als "Gorilla".


WIE NAH SIND GORILLAS MIT UNS VERWANDT? 

Früher stellte man den Menschen in eine eigene Familie und die großen Menschenaffen in eine andere. Begründet wurde diese Einteilung mit der Sonderentwicklung des Menschen, die vor allem auf der Spezialisierung des Gehirns und der Fortbewegungsweise beruht. Heute sehen die meisten Spezialisten dies als überholt an. Nach ihren Forschungsergebnissen sind die Schimpansen am nächsten mit den Menschen verwandt, dann kommen die Gorillas und die Orang-Utans sind nur entfernt mit all diesen Arten entfernt.

Das Erbmaterial von Menschenaffen und Menschen stimmt in großen Teilen überein. Besonders gering sind die Unterschiede bei der Kern-DNS. Untersuchte Gene unterscheiden sich zwischen Mensch und Schimpanse nur zu rund 1,2%, zwischen Mensch und Gorilla zu 1,6% und zwischen Gorilla und Schimpanse zu 1,8%. Vom Orang-Utan unterscheiden sich die afrikanischen Menschenaffen und der Mensch dagegen in rund 3,1% des analysierten Erbmaterials. Bei der mitochondrialen DNS, die sich wesentlich schneller verändert, stellten Genetiker 8,8% Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse fest, 10,3% Unterschied zwischen Mensch und Gorilla, 10,6% zwischen Schimpanse und Gorilla und 16-17% Unterschied zum Orang-Utan.


Wo kommen Gorillas vor?

Gorillas leben ausschließlich in den tropischen Regenwäldern Afrikas. Ihr Verbreitungsgebiet ist zweigeteilt - fast 900 km trennen die Westlichen und die Östlichen Gorillas. Dies kam vermutlich dadurch zustande, dass ein ehemals zusammenhängendes Gebiet irgendwann gespalten wurde, wahrscheinlich während der Eiszeiten, als der Regenwald durch Klimaveränderungen auf kleine Flächen zurückgedrängt wurde. Die Savanne, die sich dazwischen ausbreitete, kam für Gorillas als Lebensraum nicht in Frage. Später, als sich der Regenwald wieder über die gesamten Tropen Afrikas ausbreitete, konnten die Gorillas nur noch bis zu den heutigen Flüssen Ubangi und Kongo vordringen.

Da die Westlichen und Östlichen Gorillas schon seit langer Zeit getrennt sind, haben sie sich getrennt weiter entwickelt. Sie unterscheiden sich heute sowohl äußerlich als auch in ihren Erbanlagen deutlich voneinander.

Obwohl sich die Grenzen der Gorillaverbreitung in den letzten Jahrzehnten offenbar wenig geändert haben, ist der Lebensraum dieser Menschenaffenart stark geschrumpft und zerstückelt, da die Wälder immer stärker durch Kulturflächen eingeengt und so voneinander isoliert werden. Aus manchen Regionen sind die Gorillas bereits ganz verschwunden, weil der Wald dort völlig gerodet wurde. Oft leben sie heute in kleinen, isolierten Waldinsel.

Hier findet ihr alle wichtigen Informationen zu den Gorillas: www.berggorilla.org/de/gorillas/allgemein/



Berge und Teeplantagen zwischen Uganda und Ruanda


Das Hôtel des Mille Collines in Kigali - das berühmte "Hotel Ruanda"

Das Hôtel des Mille Collines ist ein 1973 eröffnetes Hotel in Kigali, das während des Völkermords in Ruanda 1994 mehr als 1200 Menschen Zuflucht und damit die Rettung vor dem sicheren Tod bot. Während des Völkermords in Ruanda im Jahr 1994 flog die belgische Fluggesellschaft Sabena, der das Hotel damals gehörte, den europäischen Manager des Hotels aus und setzte Paul Rusesabagina, den damaligen Manager des kleineren Hôtel des Diplomates als neuen Manager ein. Gemeinsam mit seiner Frau gelang es ihm, mittels Geld und Ausschanks von Alkohol die völkermordenden Hutu-Interahamwe-Milizen immer wieder davon abzuhalten, die Bewohner des Hotels zu ermorden. Er konnte damit 1268 Menschen vor dem sicheren Tod bewahren. Ungeklärt ist, ob die Tatsache, dass hochrangige Hutu ihre tutsistämmigen Angehörigen dort versteckten, zum Schutz des Hotels beigetragen hat. So war unter anderem der Bruder des Interahamwe-Führers Robert Kajuga im Hôtel des Milles Collines untergebracht. Außerdem gelang es ihm, die Bewohner mit Wasser – das man dem hoteleigenen Schwimmbecken entnahm, bis es leer war – und mit Lebensmitteln zu versorgen. Das Vier-Sterne-Hotel verfügt heute über 112 Zimmer, eine Bar/Café, drei Konferenzräume, ein Restaurant und den berühmten Swimmingpool. Der Name kommt von einer Bezeichnung Ruandas, auf französisch „Pays des Mille Collines“ oder „Land der tausend Hügel“ genannt.


Der Völkermord in Ruanda April bis Juni 1994

Wer war daran beteiligt?

Angehörige der Hutu-Mehrheit (85–90% der Bevölkerung, 10–15% waren Tutsi), organisiert in Milizen (Interahamwe, Impuzamugambi), ruandische Armee, Präsidentengarde, Hutu-Zivilbevölkerung, Anhänger der radikalen »Hutu-Power«, die mit Organisationen der Tutsis nicht verhandeln wollten (wie. Z.B. der Tutsi-Rebellenbewegung »RPF«).


Warum fand der Völkermord statt?

  • Ein langjähriger Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutus und der Tutsis entlud sich in der Vergangenheit schon mehrmals.
  • In der Kolonialzeit der Deutschen (1899 bis 1919) und der Belgier wurden die Tutsis, die ursprünglich Viehzüchter waren, wegen ihrer vermeintlich helleren Haut, zu Aufsehern über die Hutus gemacht. Dadurch entstand ein gegenseitiger Rassenhass, ein ethnischer Konflikt wurde geschürt.
  • Die Bevölkerungsgruppe der Hutus waren ursprünglich Bauern, die jedoch mit den Tutsis früher in Frieden lebten.
  • Außerdem hatten viele Hutus Angst vor Repressalien extremistischer Hutus oder vor der Gewalt der Tutsis. Diese wurden als Komplizen der Tutsi-Rebellenbewegung RPF angesehen.
  • Als Auslöser wird heute gesehen: Am 6.April 1994 wurde das Flugzeug des Hutu-Staatspräsidenten Habyarimana, in dem auch der burundische Staatspräsident saß, von zwei Raketen abgeschossen.
  • Bis heute ist nicht geklärt, ob es die Tutsi-Rebellenbewegung RPF war, da sie mit den Friedensverhandlungen nicht einverstanden waren oder ob es Hutu-Extremisten waren, um so den Konflikt zu verschärfen.
  • Daraufhin begannen extremistische Hutu-Milizen und die Präsidentengarde mit den Ermordungen an gemäßigte Hutus und Tutsi-Prominenten.

Wie wurde er durchgeführt?

  • Hutu-Milizien  errichteten Strassensperren, die Hutu-Zivilbevölkerung metzelte Tutsis mit Macheten, Gewehren, Nagelkeulen und primitiven Waffen nieder. Auch gemäßigte Hutus wurden umgebracht, da sie als Verräter angesehen wurden.
  • Als politischer und militärischer Drahtzieher der Hutu-Extremisten wird Oberst Bagasora gesehen, der vom Internationalen Straftribunal in Arusha (Tansania) im Dezember 2008 zu einer lebenslangen Haft verurteilt wurde
  • Anhand von vorbereiteten Listen und Ausweisen wurden Tutsis aufgespürt und ermordet. Auch gemäßigte Hutus wurden umgebracht.
  • Verbreitung der radikalen Hutu-Ideologie, dass Tutsis keine Menschen, sondern Ungeziefer (Kakerlaken »inyenzi«) sind und ausgerottet werden müssten.
  • Hier spielte das Radio (Sender »Radio-Télévision Libre des Mille Collines«) eine zentrale Rolle, in dem diese Botschaften verkündet wurden. Viele Hutus waren nämlich Analphabeten.
  • Verwaltungsangehörige gaben Weisungen an die Zivilbevölkerungen auf, Tutsis zu ermorden.
  • Die Täter warfen die Leichen in Flüsse oder Seen, beseitigten sie in Massengräbern, stapelten sie am Straßenrand oder ließen sie am Tatort liegen.
  • Tutsis suchten Flucht in Schulen, Kirchen, Krankenhäusern etc.

Was waren die Folgen?

  • 500.000 bis 1 Millionen Tutsis verloren bei dem Genozid ihr Leben. Damit fielen 75–90% aller Tutsis in Ruanda dem Völkermord zum Opfer. Auch ca. 50.000 gemäßigte Hutus starben.
  • Aus Angst vor der Rache der Tutsis flohen daraufhin ca. 2 Millionen Hutus in die Nachbarländer. Erst diese Bilder erregten weltweit Aufsehen und Mitgefühl.
  • Es ist heute verboten, von Tutsis und Hutus zu sprechen. Im Juni 2008 wurde in Ruanda ein Gesetz verabschiedet das »Genozid-Ideologie« verbietet und unter Strafe stellt.
  • Die juristische Aufarbeitung gestaltet sich bis heute als schwierig. Zumindest wurden viele führende Köpfe der Hutu-Extremisten gerichtlich verurteilt. Eine  juristische Aufarbeitung gibt es heute auf drei Ebenen: dem internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, der nationalen Gerichtsbarkeit in Ruanda und seit 2005 gibt es in Ruanda landesweit sog. »Gacaca-Gerichte«, die nicht nur urteilen, sondern den Völkermord rekonstruieren und zur Versöhnung beitragen sollen.


Die Bergwelt Ruandas und die Fährüberfahrt mit der MV. Misungwi nach Tanzania